Viel zu früh der Abschied vom Ashram

In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse überschlagen könnte man sagen. Aber fangen wir von vorne an. Am 3.10 fing ja die heiß ersehnte Schule an Valerie ging voller Vorfreude hin und Theodor sowieso eher mit gemischten Gefühlen.

Schulgang

Valerie wurde sofort von zwei netten Mädchen in Beschlag genommen und marschierte munter Richtung Klasse davon. Theodor ging nur mit murren in den oberen Stock in die 9. Klasse und fügte sich seinem Schicksal.

Mit Theodor verabredete ich, dass er es erstmal 2 Stunden ausprobieren solle und sich dann bei der Direktorin abmelden soll, wenn er garnicht mehr mag. Gesagt getan :-(.

Valerie hielt bis 16.00 Uhr durch und wurde dann von mir abgeholt. Sie warf mir gleich einen ihrer „Blicke“ zu als ich ums Eck bog und ich dachte mir schon, dass da was schief gelaufen war.

Wir verabschiedeten uns und traten den kurzen Rückweg an. Wir kamen keine zwei Meter und da brach es schon aus ihr hervor: “ da geh ich nicht mehr hin in die Sch… Schule“!

Ich erfuhr also auf dem Heimweg, dass es in ihrer Klasse im Laufe des Tages zu 4 schweren Mißhandlungen von Kindern gekommen war und, dass in der Klasse mehrmals die Tränen flossen. Wir besprachen das im Ashram mit Traude und sie erzählte uns etwas traurig, dass das in den Schulen leider immernoch gang und gäbe ist und, dass die Eltern die Lehrer sogar dazu anhalten „mit fester Hand durchzugreifen“. Tja Valerie hatte die Panik, dass sie die nächste sein könnte die eine „Watschn“ ausfasst.

Ich marschierte also am 4.10. hinauf in die Schule um Frau Direktorin über die Situation aufzuklären. Dort angekommen musst ich ein bisserl warten und wurde nun Zeugin eines sehr eigenaritgen Rituals. Nach dem Morgengebet müssen die Kinder eines nach dem anderen am Uniforminspektor vorbei gehen der einen Rohrstock in Händen hält und die Kinder, die nicht perfekt sind aussortiert. Diese werden der schwere des Vergehens nach sortiert und es entstanden ca. 3 kleine Gruppen von je 8-10 Kindern (zumeist Buben). So dann ging es zur Sache der Rohrstock sauste pfeifend auf die Kinder nieder und traf sie meist irgendwo höhe Obreschenkel und Po. Die Kinder zuckten kurz zusammen manche verkniffen sich ein weinen die großen Buben veruchten zu lachen. Ich traute meinen Augen nicht – eine richtige öffentliche „Auspeitschung“ tat sich da vor mir auf.

Endlich sah ich die Direktorin über den Hof her nahen und ging ihr entgegen. Wir kamen so zu stehen, dass sie an mir vorbei Richtung „Auspeitschung“ schaute und ich eben zu ihr. Ich erklärte ihr, dass Valerie Angst hätte verprügelt zu werden und, dass sie deshalb nicht mehr kommen werde. Das könne sie überhaupt nicht verstehen sagte sie, weil es an ihrer Schule üerhaupt keine Gewalt gäbe, weil das ja per Gesetzt seit ich weiß nicht mehr wie lang sowieso verboten sei. In ganz Indien nämlich. Ich bemerkte, dass sie immer wieder etwas unangenem berührt auf die Szene hinter mir blickte und die lauten Klatscher zu ignorieren suchte.

Was soll ich sagen es war klar, dass diese Schule damit nicht mehr in Frage kam. Über dies erzählen die Kinder im Ashram , dass es auch für sie ganz normal sei in der Schule geschlagen zu werden,. Also hakte ich den Schulplan schweren Herzens ab und damit war auch klar, dass wir nicht im Ashram bleiben konnten, weil das für die Kinder viel zu langweilig geworden wäre.

Alle Geräte und Fahrzeuge werden gesegnet

Wir überlegten nur kurz und beschlossen nach Sri Lanka weiter zu reisen. Da sind wir vorgestern angekommen und werden schauen, ob sich hier was gutes finden lässt.

Dazu mehr dieser Tage

Auf Wiedersehen Indien

2 thoughts on “Viel zu früh der Abschied vom Ashram

  1. Liebe Veronika, Theo und Valerie,
    ich habe heute erst eure ganze Reise vom Anfang bis vorgestern verfolgt und ich muss sagen, das war ein wirklich spannender und interessanter Abend! Mein Fernweh hat sich nach langer Zeit wieder massiv bemerkbar gemacht.
    Toll eure Spontaneität abzureisen, wenn es nötig wird, auch wenn die Planung eine andere gewesen wäre!
    Wir halten euch die Daumen, dass Sri Lanka viele angenehme Überraschungen für euch bereit hält! Alles Liebe euch drei Mutigen
    Birgit, Claudio und Serafin

    1. Danke für deine unterstützenden Worte liebe Birgit! Sri Lanka ist wirklich sehr schön wir sind gespannt was sich alles ereignen wird. Bis die Tage und hezliche Grüße auch an deine Männer !
      Alles liebe Veornika

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